Mund und Zahnpflege

Détartrage

Mund- und Zahnleiden bei Hund und Katze sind sehr häufig. Die Hauptursache ist der Zahnstein. Der Zahnbelag kommt vor dem Zahnstein. Er setzt sich aus Bakterien und Essensreste zusammen. Danach lagern sich die Mineralsalze der Spuke ab, alles zusammen bildet dann eine harte Struktur: „der Zahnstein“. Der Zahnstein provoziert eine Entzündung des Gewebes rund um die Zähne. Man nennt dieses „Zahnfleischentzündung“. Das Tier hat einen schlechten Atem, hier spricht man von «Mundgeruch». Bei Fortschreiten der Zahnfleischentzündung provoziert diese einen chronischen Schmerz und erreicht ein Stadium, welches man  Zahnfleischerkrankung oder Zahnfleischentzündung nennt. Der Knochen, der den Zahn hält, ist angegriffen.

Im schlimmsten Fall kann sich dieses Phänomen bis zur Magersucht des Tieres, Freilegung und Verlust der Zähne, Bildung von Zahnabszesse, Bruch des Kiefers bei Zwergrassen, oder sogar auch schwere Entzündungen (Herz-, Atmungs-, Nieren-, Leberentzündung, etc..) anhand der Zähne entwickeln.

Kleine Hunderassen (Yorkshire, Malteser, Pudel,…) haben oft eine höhere Zahnsteinentwicklung. Wie auch Hunde und Katzen mit einem schmalen und eiförmigen Schädel (brachycéphales –Bulldogge, Mops, Boxer, Perser), bei denen die Zähne oft schlecht positioniert sind und übereinander stehen. Diese Hunde werden quasi immer Essensreste zwischen ihren Zähnen haben und sind somit schneller anfällig.

Man schätzt, dass mehr als 85% der Hunde über 3 Jahre an Zahnerkrankungen leiden.

Ihr Tierarzt kann Ihnen helfen, die Zahnfleischentzündung zu bekämpfen:

  • Falls der Zahnstein bereits vorhanden ist, sollte eine gewissenhafte Zahnsteinentfernung ihres Begleiters unter leichter Vollnarkose zur Pflicht werden. Ihr Tierarzt wird die bereits zu stark befallenen Zähne ziehen. Die Behandlung endet mit einem Polieren der Zähne. Das Polieren verlangsamt neue Zahnsteinbildung. 
  • Das beste Mittel gegen Zahnsteinbildung oder Neubildung zu kämpfen, ist das tägliche Zähneputzen ihres Tieres. Gewöhnen sie das Tier von klein auf ans Zähneputzen: Geduld und Ausdauer ist der Schlüssel zum Erfolg. Loben sie ihn, sobald er es zulässt, somit wird er diese Tat mit etwas angenehmen verbinden. Gebrauchen sie auf keinen Fall Zahnpasta, die für den Menschen bestimmt ist. Diese sind unverdaulich sogar schädlich, wenn das Tier sie verschluckt, denn ein Tier wird die Zahnpasta nicht wieder ausspucken. Die tierärztliche Zahnpasta hat einen Inhalt und Geschmack, die für das Tier geeignet ist.

Falls das Zähneputzen nicht möglich ist, geben es noch andere Alternativen: 

  • Nahrung in Form von Kroketten, die speziell auf Größe und Textur des Tieres entwickelt wurde, als abschleifende Eigenschaften für die Zahnsteinablagerung. Einige beinhalten sogar Substanzen, die dem Kalzium, der in der Spucke enthalten ist, ein Falle stellen, um somit die Zahnsteinbildung zu begrenzen.
  • Kaustäbchen und –lamellen, die Enzyme beinhalten und somit eine antibakterielle Funktion sichern.
  • Mundwasser auf Xylitol Basis, das man ins Trinkwasser des Tieres hinzufügt, kann den Zahnsteinbelag verhindern und somit auch Probleme eines schlechten Atems.

Mehrere Pflegetechniken sind also möglich, um einen gesunden Mund und einen frischen Atem ihrem Tier zu geben, aber bitte beachten sie, dass das tägliche Zähneputzen auf einem gesunden zahnsteinlosem Gebiss am wirksamsten ist.

Es ist sinnvoll, mit seinem jungen Hund im Alter von 6 Monaten zum Tierarzt zu gehen zwecks Zahnprüfung, denn in diesem Alter entwickelt der Hund sein definitives Gebiss. Viele kleine Hunde wie Yorkshires und Pudel haben bleibende Milchzähne, die Zahnfleischentzündungen hervorrufen und die definitiven Zähne umleiten. In diesem Fall wird ihr Tierarzt die Milchzähne unter Narkose ziehen.

Bei jedem Tierarztbesuch, ob mit ihrer Katze oder ihrem Hund, wird ihr Tierarzt eine vollständige Untersuchung der Mundhöhlen Ihres Tieres machen, um den Zustand der Zähne und des Zahnfleisches zu prüfen..

Abschließend ist noch zu sagen, dass die Zahnpflege ihres Tieres genauso zur hygienischen Pflege ihres Tieres gehört, wie die der Augen und der Ohren.